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Freunde Gutenbergs (31.05.2007)

Bibliothek im Gutenberg-Museum, MAINZ Vierteljahreshefte, Digitaldruck und Gutenberg
Drei Themen, die immer für Spannung sorgen .

 

Nach der Begrüßung durch Initiator Günter Lindner stellte sein Vorstandskollege und Mitinitator Hartmut Flothmann den ersten Referenten des Tages, Dr. Claus Maywald-Pitellos, den Leiter der Bibliothek im Gutenberg-Museum in Mainz und stellvertretender Direktor des Gutenberg-Museums, vor.

Hartmut Flothmann legte allen Anwesenden einen Besuch in dieser Bibliothek ans Herz, in der er beispielsweise zu seinem persönlichem Steckenpferd „Druckmuseen in Paris“ eine erstaunliche Menge an Sekundärliteratur gefunden habe.

Claus Maywald berichtete über die Bibliothek: Diese konnte durch die Möglichkeit des Online-Zugriffes ihre Benutzerzahlen verzehnfachen, die nun bei etwa 16.000 Besuchern pro Jahr liegen. Als Stammkundschaft hat sich hier die Studentenschaft des Institutes für Buchwissenschaft herauskristallisiert. Aber auch überregionale und sogar internationale Besucher kann die Bibliothek immer wieder begrüßen. So findet nächste Woche ein Kongress der Hebräisten statt, die in der Bibliothek neue Funde ihrer Disziplin begutachten. Diese Funde waren vom Mitarbeiter Prof. Kurt Staub im Zuge der Erfassung des Inkunabelbestandes gefunden worden.

Ab Ende des Jahres wird der gesamte Bestand der Bibliothek im Computer recherchierbar sein. Ein Problem hierbei ist jedoch die Datensicherheit und der drohende Datenverlust durch die relativ kurze Haltbarkeit von Speichermedien. Dieses Problem berührt besonders die Bibliothek, in der man „in Jahrhunderten denkt“. Die Bibliothek versteht sich auch als Servicestelle, die beispielsweise zu den aktuellen Ausstellungen jeweils einen kleinen Literaturkatalog zusammenstellt.

Günter Lindner leitete nun zum zweiten Referenten Herrn Michael Bonewitz über, dem Chefredakteur und Herausgeber der MAINZ Vierteljahreshefte. Günter Lindner erwähnte dabei, dass er selbst schon früher Abonnent der Vierteljahreshefte gewesen sei und dies vor kurzem wieder geworden ist. Gerade um eine solche wertvolle Publikation wieder zu unterstützen, die für Mainz von großer bewahrender Bedeutung ist. Bei den inhaltlichen Schwerpunkten würde er es sich wünschen, zukünftig auch das Thema Gutenberg wieder stärker vertreten zu sehen, so wie in früherer Zeit.

Michael Bonewitz ging kurz auf die Geschichte der Mainz Vierteljahreshefte ein. Sie wurden vor 25 Jahren vom damaligen Oberbürgermeister Jockel Fuchs ins Leben gerufen und zunächst an die Leser verschenkt. Die ersten Hefte enthielten keine Farbbilder und waren darüber hinaus auch eher textlastig. Bis vor 5 Jahren wurden die Hefte vollständig durch die Stadt Mainz finanziert. Dann wurden diese Zuschüsse der Stadt Mainz aus Kostenersparnis eingestellt.

Michael Bonewitz, der sonst schwerpunktmäßig eine Agentur für Pressearbeit betreibt, übernahm das ganze Projekt und seit 2005 muss sich die Publikation selbst tragen. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Die Finanzierung erfolgt durch Abonnenten, Sponsoren und Anzeigeneinnahmen sowie die Bereitschaft der Macher, sich dort weitgehend unentgeltlich zu engagieren.

Im Gegensatz zu den Anfängen hat nun jede Ausgabe ein eigenes, unverwechselbares Titelbild und der Inhalt umfasst neben Geschichte und Kultur auch verstärkt aktuelle Themen. Es gibt jeweils ein Schwerpunktthema, z.B. in der aktuellen Ausgabe „Gärten in Mainz“, das die Verbindung von Geschichte und Gegenwart herstellt.

Nebenfelder der Mainz Vierteljahreshefte sind beispielsweise die Herausgabe von Mainz-Fotokalendern oder Literatur zu Mainz 05 sowie Kulturprojekten wie dem Zollhafen. Die Abonnentenzahl von ca. 2000 Stück soll in Zukunft noch vergrößert werden. Auch Rudolf Bödige (ebenfalls Vorstandsmitglied der Gutenberg-Gesellschaft und beim Druck und Vertrieb der Mainz engagiert) sprach sich leidenschaftlich für die Vierteljahreshefte aus. Er sagte, dies seien Hefte, die noch viel mehr Mainzer Bürger abonnieren sollten und dankte Herrn Bonewitz für sein Engagement, ohne das es diese Publikation heute wahrscheinlich nicht mehr geben würde.

Da Andreas Weber, der Referent für das Thema „Digitaldruck heute und Gutenberg gestern“, leider nicht kommen konnte, brachten die Initiatoren das Thema doch noch kurz zur Sprache:

Günter Lindner betonte die Bedeutung dieser neuen Technik, mit der er beruflich in seiner Druckerei auch viel zu tun hatte. Eine Druckerei, mit modernster Technik die heute seine Söhne ganz in seinem Sinne, erfolgreich weiterführen. Der DRUCKBETRIEB LINDNER, Mainz war von Anfang an als Pionier beim Digitaldruck dabei und hält heute noch auf diesem Gebiet eine Sonderstellung in Deutschland. (www.Li-Sprints.de)

Hartmut Flothmann wies darauf hin, dass auf der Minipressen-Messe in Mainz vom 17.bis 20. Mai 2007 Verlage und Internet-Marktplätze Digitaldruck für kleinformatige Bildbände und Kalender angeboten haben sowie für die Offerte Printing on Demand.

Auf der weltgrößten Messe für Sieb- und Digitaldruck, der FESPA 07 vom 5. bis 9. Juni 2007 in Berlin werde man ein großes Angebot im Großformat-Digitaldruck (LFP) erleben. Die Entwicklung der digitalen Vorstufe zum Verbund mit Siebdruck und Digitaldruck habe den Siebdrucker überzeugt, den Digitaldruck wie so viele neue Techniken als Ergänzung zu betrachten und zu kombinieren. In einer Reihe von Produktgruppen auf verschiedensten Bedruckstoffen bilden Sieb- und Digitaldruck im Bereich der Großdrucke eine gewinnbringende Partnerschaft.

Cornelia Gisevius, die Geschäftsführerin der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft, machte auf zwei Veranstaltungen aufmerksam: Am 15/16. Juni feiert das Institut für Buchwissenschaft sein 60 jähriges Bestehen mit einer Fülle von Veranstaltungen, in denen es gleichzeitig 60 Jahre Buch-, Druck- und Verlagswesen Revue passieren lässt. (Programm s. www.buchwissenschaft.uni-mainz.de).

Die Internationale Gutenberg-Gesellschaft in Mainz e.V. hält am Samstag, den 23. Juni ihre jährliche Mitgliederversammlung ab und lädt alle Interessierten zu dem anschließenden Festvortrag „Das Mainzer Evangliar in Aschaffenburg als Werk der Liturgie und Kunst“ von Prof. Dr. Anton von Euw ein.

Im Gutenberg-Museum ist gleichzeitig die Ausstellung „Das Mainzer Evangeliar“ (Präsentation des Faksimiles) zu sehen.

Cornelia Gisevius bat die anwesenden Gäste und die, die JOUR FIXE ,,lesend“ begleiten, die Internationale Gutenberg-Gesellschaft in Mainz e.V. durch einen Mitgliedschaft zu unterstützen und andere neue Mitglieder für die Gesellschaft zu werben.

Wir sind dankbar für jede Form der Unterstützung!

In diesem Sinne: Gott grüß die Kunst

Ihre
Günter Lindner und Hartmut Flothmann
Vorstandsmitglieder der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft

Bericht:
Cornelia Gisevius
Geschäftsführerin der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft in Mainz e.V.

1.6.2007



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