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Freunde Gutenbergs (25.01.2007)
Zweites Jahr - Der Jour Fixe geht in die zweite Runde
Von schönen Büchern und alten Namen um Gutenberg
Zum ersten Jour Fixe des Jahres 2007, der insgesamt der neunte ist, begrüßte Initiator Günter Lindner, Vorstandsmitglied der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft, wieder mehr als 20 Gutenberg-Jünger im Museumscafé Codex.
Er wies darauf hin, dass im nunmehr zweiten Jahr dieser Veranstaltungsreihe auch acht Termine geplant sind.
Die Geschäftsführerin der Gutenberg-Gesellschaft, Cornelia Gisevius, machte zunächst auf zwei Veranstaltungen aufmerksam: Am 26. Januar 2007 veranstaltete das Institut für Buchwissenschaft der Mainzer Universität – unter anderem finanziell unterstützt von der Gutenberg-Gesellschaft – das XII. Mainzer Kolloquium. Das diesjährige Thema: „Perspektiven der Verlags-PR“.
Noch bis 3. Februar findet in Eltville der „Gutenberg-Winter“ statt. Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe haben auch zwei Vorstandsmitglieder der Gutenberg-Gesellschaft gut besuchte Vorträge gehalten: Univ.-Prof. Stephan Füssel über „Gutenberg und der Wein“, Museumsdirektorin Dr. Eva Hanebutt-Benz über „Gutenberg in Strassburg“. Informationen zum Gutenberg-Winter finden Sie unter www.gutenberg-eltville.de
Frau Gisevius stellte die erste Referentin des Tages vor: Uta Schneider, Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst (Frankfurt) und Jury-Mitglied sowohl beim Mainzer, als auch beim Leipziger Gutenberg-Preis. Frau Schneider erläuterte die Struktur der Stiftung Buchkunst und die von ihr ausgerichteten Wettbewerbe „Die schönsten deutschen Bücher“ und „Schönste Bücher aus aller Welt“. Sie betonte, dass Sie selbst 15 Jahre als Buchgestalterin tätig war und Bücher also nicht wissenschaftlich, sondern künstlerisch beurteile. Was das bedeutet, stellte sie dann auf sehr kurzweilige Art dem Publikum vor. Anhand von vier preisgekrönten Büchern aus dem aktuellen Wettbewerb „Die schönsten deutschen Bücher“ führte sie den Gästen plastisch vor Augen, dass in jeder Kategorie andere Kriterien bei der Beurteilung wichtig sein können: Ein Taschenbuch kann, obwohl preiswert produziert, doch sorgfältig gestaltet sein. Ein illustrierter Lyrikband besticht durch die Harmonie von Typografie und Illustration. Ein Ausstellungskatalog zum Thema „Migration“ darf wie das behandelte Thema sperrig ausfallen. Ein renommiertes Lexikon wie die Brockhaus Enzyklopädie kann in der Innentypografie modern und funktional sein, im Hinblick auf die Zielgruppe außen jedoch gediegen-traditionell ausgestattet werden.
Mitinitiator Hartmut Flothmann, ebenfalls Vorstandsmitglied der Gutenberg-Gesellschaft, dankte Frau Schneider für ihren begeisternden Vortrag und empfahl den Freunden Gutenbergs, auch die Kataloge der prämierten Bücher anzuschauen. Alljährlich werde der Katalog von einem anderen Buchgestalter konzipiert, so dass die Kataloge seit ihrem Erscheinen den Wandel in der Buchgestaltung dokumentieren. Er selbst habe kürzlich ein Buch aus einem angesehenen Verlag gelesen, wo ein Roman in schmalem Flattersatz vorgestellt wurde, mit einer Anmutung wie ein Lyrikband. Herr Flothmann leitete durch Vorstellung der zweiten Referentin zum nächsten Beitrag über und erwähnte, wie spannend die Namensforschung durch die Suchsysteme im Internet geworden sei.
Dr. Rita Heuser von Institut für geschichtliche Landeskunde der Universität Mainz nahm sich des Themas „Namen rund um Gutenberg“ mit Gutenberg und Gensfleisch an. Sie schilderte zunächst die Moden der Namensgebung im 15. Jahrhundert: Gutenbergs Eltern lagen mit der Namenswahl „Johannes“ genau im Trend. Dr. Heuser erläuterte dann die Herkunft von Gutenbergs Namen. Der Hof zum Gutenberg war das Haus, nach dem sich der Zweig der Familie Gensfleisch nannte, aus dem der Erfinder Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg, entstammte. Unter dem Motto „Gutenberg im Spiegel Mainzer Straßennamen“ ging Dr. Heuser auf die in Mainz nach Gutenberg und seinen Weggefährten benannten Straßen ein: Gutenbergplatz, Fuststraße und Schöfferstraße.
Anschließend zeigte sie auf einer Namensverteilungskarte die regionale Ausbreitung des Namens „Gutenberg“ mit den Variationen Gut(t)enberg und Gut(t)enberger. Noch immer findet sich heute eine signifikante Häufung dieser Familiennamen im Umkreis des Ortes Gutenberg bei Bad Kreuznach.
Herr Flothmann dankte Frau Dr. Heuser für Ihren interessanten Vortrag, mit dem Sie ein wichtiges Stück Mainzer Namensgeschichte rund um Gutenberg lebendig dargestellt habe. Mit dem Gutenberg-Platz habe die Referentin dessen besondere Historie fokussiert und damit Assoziationen zur Gutenbergstadt Mainz geweckt.
Nach diesen spannenden Kurzbeiträgen blieb wie immer noch Zeit für angeregte Diskussionen und das Anknüpfen neuer Kontakte. Das wird auch beim 10. Jour Fixe am Donnerstag, dem 22. Februar so sein, zu dem wir Sie jetzt schon herzlich einladen. Nähere Informationen folgen noch.
Ihre
Günter Lindner und Hartmut Flothmann
Vorstandsmitglieder der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft
Bericht
Cornelia Gisevius,
Geschäftsführerin der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft in Mainz e.V.
30.1.2007
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