2002 Otto Rohse

Typograf, Buchgestalter, Holz- und Kupferstecher, Verleger der Otto-Rohse-Presse / Hamburg, Deutschland

Der 1925 geborene und 2016 verstorbene Typograph, Holz-und Kupferstecher Otto Rohse genießt bis heute einen weit über Deutschland hinausgehenden hervorragenden Ruf. Inspiriert durch die Malerin Helene Wagenbichler begann er 1943 ein Studium an der Kunstakademie Königsberg bei Alfred Partikel. Später wurde er Assistent von Richard Sichowsky, seinem Lehrer für Typographie und Buchgestaltung. Der Künstler illustrierte 1954 das „Versmärchen für Kinder“ von Friedrich Rückerts. Es folgten „Antigone oder Roman auf Kreta“ für die Büchergilde Gutenberg sowie „Pet der Fisch“, ein Märchen seiner späteren Ehefrau Marianne Rohse. Nachdem er 1960 bis 1961 an der Werkkunstschule Offenbach/Main die Klasse für Typographie und Buchgestaltung leitete, gründete er ein Jahr später die „Otto Rohse Presse“, in der bibliophile Buchausgaben von hohem Anspruch verlegt wurden. Des Weiteren wurde der Künstler durch seine Gestaltung von Briefmarken und Briefmarkenserien für die Deutsche Bundespost bekannt. Im Jahr 1967 gestaltete Rohse den Katalog im Deutschen Pavillon der Expo in Montreal, dazu drei großformatige Lederbände zur deutschen Geschichte. Bis 2000 brachte die Deutsche Bundespost 60 Briefmarken mit Entwürfen von Otto Rohse heraus. Daneben entstanden 650 Holzstiche, 350 Kupferstiche, sowie zahlreiche Buchproduktionen und Radierungen. 2002 erhielt Otto Rohse den Gutenberg-Preis der Stadt Mainz und der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft für seine Arbeit als Holz- und Kupferstecher sowie für das Offenlassen der Bildzusammenhänge.