2012 Elizabeth L. Eisenstein

Historikerin / Washington D.C., USA

Die 1923 in New York geborene und 2016 in Washington verstorbene Historikerin, mit den Schwerpunkten Französische Revolution und frühes 19. Jahrhundert in Frankreich, ist durch ihre Forschung zur Geschichte des frühen Buchdrucks und des Medienwandels von der Ära der Manuskriptkultur zur Druckkultur sowie der Rolle des Buchdrucks zur Bewältigung des breiten kulturellen Wandels in der westlichen Zivilisation bekannt geworden. Ihr Hauptwerk „The Printing Press as an Agent of Change“ (1980) gilt als Meilenstein einer modernen Buchforschung. Darin analysiert Eisenstein die Wirkung von Gutenbergs Erfindung auf die Bevölkerung Europas und thematisiert den Einfluss des Buchdrucks z. B. auf die Reformation und den Humanismus, aber auch auf die Aufklärung. 2011 erschien ihr vertiefendes Werk „Divine Art, Infernal Machine: The Reception of Printing in the West from First Impressions to the Sense of an Ending“. Elizabeth Eisenstein erhielt am Radcliffe College in Cambridge, Massachuetts ihren Doktortitel. Sie lehrte unter anderem an der American University in Washington D.C. und an der University of Michigan in Ann Arbor, an der sie den Lehrstuhl „Alice Freeman Palmer Professor of History“ innehatte. Im Jahr 1993 wurde der Elizabeth Essay Prize gegründet, welcher den Mitgliedern der National Coalition of Independent Scholars für deren Arbeit verliehen wird. Außerdem war Eisenstein Mitglied in zahlreichen Stiftungen wie der Rockefeller-Stiftung oder der John Simon Guggenheim Memorial Foundation. 2012 wurde Elizabeth L. Eisenstein der Gutenberg-Preis für ihr herausragendes Lebenswerk und ihre bedeutende Lehrtätigkeit verliehen.