2014 Umberto Eco

Schriftsteller, Kolumnist, Philosoph, Medienwissenschaftler / Mailand, Italien

Der 1932 in Alessandria geborene und 2016 in Mailand verstorbene Universitätslehrer hat sich nicht nur wegweisend zur Zeichentheorie geäußert, insbesondere zur Frage der Interpretation erzählender Texte sowie zur Rolle und Bedeutung der Kreativität von Literatur in der Gesellschaft und zur Theorie der Übersetzung. Sondern er hat sich vorwiegend in den zurückliegenden zehn Jahren auch mit der Rolle und Bedeutung des Buches in Geschichte, Gegenwart und Zukunft beschäftigt, darunter in seinem großartigen Gespräch „Die große Zukunft des Buches“ (München 2010) und vor allen Dingen in seiner Liebeserklärung an die Bibliophilie „Die Kunst des Bücherliebens“ (München 2009). Der italienische Schriftsteller, Kolumnist, Philosoph und Medienwissenschaftler war ebenso der wohl bekannteste zeitgenössische Semiotiker. Durch seine Romane, allen voran „Der Name der Rose"(Mailand 1980) und „Das foucaultsche Pendel“ (Mailand 1988), wurde er weltberühmt. Darüber hinaus sind sie ein ganz herausragendes Bekenntnis für die schriftliche Überlieferung, für den kulturgeschichtlichen Umgang mit Bibliotheken und für die in den Büchern implizierte Weisheit. 2005 wurde Umberto Eco zum zweitwichtigsten Intellektuellen weltweit gewählt. Ebenso war er Mitbegründer und Herausgeber der Internetzeitschrift „Golem l’Indispensabile". Im Jahr 2014 wurde Eco für seine brillanten kulturtheoretischen Überlegungen und seine Romane, die Millionen von internationalen Lesern in die Buchkultur und Buchgeschichte eingeführt haben, mit dem Gutenberg-Preis ausgezeichnet.