Gutenberg-Preis 1986


 

Adrian Frutiger

Frutiger


Der 1928 in Interlaken geborene Schweizer ging mit 24 Jahren nach Paris, in Zürich hatte er Zeichnen und Holzschnitt studiert. In seiner Laudatio nannte Walter Greisner, der Freund Frutigers, ihn als den, der als erster nicht nur aus dem Schriftfundus der Schriftgießerei “altvertraute Bleisatzschriften für den Fotosatz adaptierte, sondern auch neue Schriften speziell für den Fotosatz entwarf”.

Als Schriftkünstler und grafischer Gestalter unserer Zeit habe er den Preis verdient. Seine Fotosatzschrift “Egyptienne” und die vielfältige “Univers” hätten seinen Ruf begründet. Aber auch die 1968 von ihm entworfene und nach jahrelangem Ringen mit europäischen Computer-Fachleuten 1973 von der Computer-Industrie aller Industrieländer zum Weltstandard erklärte OCR-B (Optical Character Recognition-Schrift) machen ihn zu einem der bedeutendsten Schriftentwerfer unserer Zeit.

Dr. Anton Maria Keim