Seit 2024 besitzt das Gutenberg-Museum eines der bedeutendsten Zeugnisse der frühen Buch- und Bildkultur: eine Biblia Pauperum, auch Armenbibel genannt. Möglich wurde der Erwerb für rund 1,85 Millionen Euro dank der großzügigen Unterstützung mehrerer bedeutender Förderer. Seither ist das kostbare Blockbuch dauerhaft in der Schatzkammer des Museums ausgestellt.
Um die jahrhundertealte Technik hinter diesem Schatz greifbar zu machen, beauftragte das Museum den dänischen Künstler und Holzschnitzer Jorge Larguito mit einer besonderen Aufgabe: der originalgetreuen Nachbildung eines Druckstocks – jenes hölzernen Formats, mit dem Text und Bild einer Seite des Blockbuchs einst gedruckt wurden. Detailgenau überträgt Larguito Zeichnung und Schrift der Vorlage in Holz und macht damit eine Drucktechnik wieder sichtbar, die über 500 Jahre alt ist.
Premiere in der Schatzkammer
Am Freitag, den 31. Juli, wurde der fertige Druckstock erstmals präsentiert – im Beisein des Künstlers selbst. Larguito sprach über die Herausforderungen des Holzschnitzens und zeigte sein Handwerk live: anhand seines aktuellen Projekts, einer weiteren Blockbuch-Seite aus der Apokalypse, demonstrierte er, wie aus einer Zeichnung Schritt für Schritt ein druckfähiger Holzstock entsteht.
Die exklusive Veranstaltung war den Freundinnen und Freunden des Gutenberg-Museums vorbehalten und aus Platzgründen auf 20 Teilnehmende begrenzt – ein besonderer Einblick in ein Handwerk, das heute nur noch wenige beherrschen.
Jetzt zu sehen im Ausstellungssaal
Direkt beim Pressetermin wanderte der Druckstock in seine neue Vitrine – nicht in der Schatzkammer selbst, sondern im Ausstellungssaal, der die Schatzkammer beherbergt. Wer das Museum besucht, kann dort Original und Nachbildung im selben Raum entdecken: die historische Biblia Pauperum in der Schatzkammer und den originalgetreuen Druckstock gleich nebenan.